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Oper ist, wenn alle singen und am Ende jemand tot ist?! Es gibt viele Möglichkeiten, in einer Oper ums Leben zu kommen. Denn eines ist sicher: Einer stirbt immer! Zwei Krimi-Ladys spielen die Spürnasen in diesem Stück, das zugleich Krimi-Komödie und Operneinführung ist. Zu den spannenden Fällen gibt es die schönsten Arien und Duette aus den Krimi-Opern.
CSI-Opera - einer stirbt immer wird von der Rolf-Mares-Preisträgerin Nina Pichler inszeniert. Die Ausstattung übernimmt Susan Jebrini und Markus Bruker leitet das "Kriminalorchester".
Eine Opernkomödie über kriminelle Bühnentode:
Durch welche kriminellen Unstände starben z.B. Carmen, Tosca und Don Giovanni? Diese Frage beschäftigt zwei schräge Spürnasen von der Sonderermittlungseinheit „Opera“. Wenn die an den Tatort kommen, liegt der Todeszeitpunkt zwar bereits mehrere hundert Jahre zurück – das tut dem Ermittlungseifer der beiden Krimi-Ladys jedoch keinen Abbruch. Nach dem Motto „Kein Opfer ist je vergessen“ klären sie, warum eine gewisse Carmen mit einem Stier verwechselt wurde, wieso Tosca sprang, obwohl sie keinen Fallschirm dabei hatte, und warum Don Giovanni besser ohne Gast zu Abend gegessen hätte. Außerdem macht sich noch ein gewisser Rigoletto verdächtig......
Ein aberwitziger Querschnitt durch beliebte Opern von Verdi, Puccini, Mozart und Bizet.
Oper ist, wenn alle singen und am Ende mindestens die Titelfigur tot ist. Es gibt viele Möglichkeiten, in einer Oper ums Leben zu kommen. Denn eines ist sicher: Einer stirbt immer!
Susann Oberacker und Inken Rahardt ließen sich vom großen Sterben in der Opernliteratur zu einem Stück anregen, das zugleich Krimi-Komödie und Operneinführung ist. Denn zu den spannenden Fällen gibt es die schönsten Arien und Duette aus den Krimi-Opern.
(CSI = Crime Scene Investigation = Tatortermittlung)
Zwei Sopranistinnen – den Tätern auf der Spur
„CSI Opera – Einer stirbt immer“: Am Opernloft wird geklärt, wer warum in „Carmen“, „Don Giovanni“ und Co den Löffel abgibt
Liebe, Eifersucht, Intrige und Mord – ohne diese Zutaten wäre die Oper nur halb so schön. Mit „CSI Opera - Einer stirbt immer!“ von Susann Oberacker und Inken Rahardt wird die Oper zum Krimi. Im Opernloft sind die Sopranistinnen Lisa Jackson und Theresa Derksen als gewiefte Kripo-Beamte den Tätern auf der Spur.
Wer hat warum frühzeitig den Löffel abgegeben in den großen Musiktheaterdramen „Rigoletto“, „Tosca“, „Don Giovanni“ und „Carmen“? Der Spaßfaktor ist bei dieser Form des Nachhilfeunterrichts ausgesprochen hoch, denn Jackson und Derksen – deren bürgerliche Namen allein schon ein Dreamteam der Kriminalistik rechtfertigen – gehen in ihrer überspitzten Darstellung geradezu auf.
Mit Sonnenbrille und lässiger Geste werden Tathergänge rekapituliert, Verdachtspersonen anvisiert und Arien intoniert. Von denen hätte man sich allerdings mehr gewünscht, denn nicht nur die Sängerinnen waren gut bei Stimme, auch die musikalische Einrichtung von Markus Bruker für Saxofon beziehungsweise Klarinette (Tim Beger), Kontrabass (Slava Dumitrascu) und Klavier (Bruker) hatte ihren besonderen Reiz. Bestens aufgelegt waren auch die Besucher bei dieser ebenso reduzierten wie pointierten Inszenierung von Nina Pichler, denn anhaltende Zugabe-Rufe sind in der Oper eher die Ausnahme.
Sören Ingwersen am 29.06.2011
Mord in Dur und Moll
Ein Potpourri aus Klassikern wie „Tosca“ und „Don Giovanni“ als Kriminalfall
„Es ist nicht vorbei, bevor die dicke Dame gesungen hat“, das ist die eine Regel. Die andere lautet: Ohne Leiche keine Freude, und: Je blutiger, desto besser. Die Oper, deren Libretto nicht durch dramatische Todesfälle aufgepeppt werden kann, muss erst noch erfunden werden. Liebe, Rache, Eifersucht oder gleich alles zusammen sind die beliebtesten Leit-Motive, um zu Messer, Schwert, Speer, Gift oderanderen Tatwaffen zu greifen. Zur Not tut es aber auch ein Selbstmord, damit ordentlich Leben in die Bude kommt.
Es war also eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand beim Nachdenken über neue Blickwinkerl auf die Oper darauf kam, die schönsten Stellen für Krimi-Freunde mit den musikalischen Höhepunkten des Genres zu bündeln. Dramatisch, handlich, gut.
Das Opernloft, Hamburgs Opernbühne für den kleinen Kunstgenuss zwischendurch, hat diese Marktlücke im Werkkatalog entdeckt und sich zu eigen gemacht. „CSI Opera – einer stirbt immer“ bietet ein launiges Potpourri aus Mord und Totschlag in Dur und Moll. Für Opern-Kenner und alle, die das womöglich noch werden möchten.
Die Zutaten sind schnell aufgezählt: Etwa 90 Minuten Spielzeit, um Langeweile gar nicht erst aufkommen zu lassen etliche Tote, zwei Ermittlerinnen, und obendrauf eine ordentliche Portion Humor, als Krimi-Komödie und Opernführer auf einen Schlag. Inszeniert hat die Rolf-Mares-Preisträgerin Nina Pichler. Gestorben wird hier in Anlehnung an die Klassiker „ Rigoletto“, „Tosca“, „Don Giovanni“ und „Carmen“. Susann Oberacker und Inken Rahardt haben aus den Vorlagen von Verdi, Puccini, Mozart und Bizet die Vokalbonbons für ein bis zwei Stimmen zusammengesucht und lassen die beiden Kriminalerinnen (Lisa Jackson, Theresa Derksen) von einem Kammerorchester begleitet auf Mördersuche gehen. Einfach ist das nicht, denn die Taten liegen ja schon etliche Jahre zurück. Verjähren tun sie allerdings nicht, wofür das chronische Publikumsinteresse das beste Indiz ist. Im Verlauf der kriminologischen Tätigkeit kann es durchaus vorkommen, dass auch vor der Bühne nach Missetätern gefahndet wird. Das Böse lauert schließlich immer und überall. Sicherheitshalber könnte es sich also auszahlen, ein wasserdichtes Alibi in die Vorstellung mitzubringen.
Joachim Mischke, Hamburger Abendblatt 09.07.2011