Sie sind hier: La Bohème
Weiter zu: Oper in Kurz - für Erwachsene
Allgemein:
Kontakt/ Hotline
Impressum
Große italienische Oper mit viel Herz und Schmerz, mit einer berührenden Liebesgeschichte und einer ergreifenden Musik – das ist Puccinis La Bohème, die bis heute weltweit zum Repertoire der Opernhäuser gehört. Der italienische Komponist verstand es wie kein anderer, sein Publikum zu Tränen zu rühren. Auch seine »Künstleroper« ist zum Heulen schön. Sie spielt in Paris, im Winter. Die armen Künstler Rodolfo und Marcello stehen frierend vor dem kalten Ofen. Als die schöne Nachbarin Mimi um Feuer für eine Kerze bittet, passiert es: Rodolfo und Mimi verlieben sich. Auch Marcello friert nicht allein. Doch den Reizen seiner Musetta erliegen viele Männer. Herzzerreißend ist die Musik zum traurigen Ende: Mimi erinnert sich an die glückliche Zeit mit Rodolfo, dann stirbt sie an Schwindsucht.
In dieser Inszenierung werden Puccinis Bohèmiens zum Künstlervolk der siebziger Jahre, die mitten im Ausleben der freien Liebe plötzlich einer tödlichen Krankheit gegenüber stehen.
Hamburger Morgenpost:
Wunderbar: Das war ganz große Oper!
Das ist der Stoff, aus dem die Tränen sind. Ein armer Schriftsteller verfeuert sein Manuskript, um sich zu wärmen. Im Rahmen der Reihe "Opera Breve - Oper in Kurz" inszeniert Svenja Tiedt im Opernloft des Jungen Musiktheaters Puccinis "La Bohème" in nur 90 Minuten. Aus den zehn Figuren des Originals werden fünf, das Orchester schrumpft auf drei Musiker zusammen, auf den Chor verzichtet man ganz.
Die Bühne mit den weißen Stellwänden und dem großen Klecks-Gemälde gewährt Einblick in Rodolfos (Wilhelm Adam) und Marcellos (Alexander Schattenberg) Künstlerbude. Zwei Hippies mit überschäumendem Idealismus, aber leerem Kühlschrank. Für die Liebe zu Mimì (Jennifer Rödel) und Musetta (Veronika Fried) fehlt jegliches Fundament. Schattenbergs Bariton zeigt sich dennoch in fester, dynamisch mutiger Verfassung, während Adams Rodolfo ein tenoral ausgeklügeltes Wechselbad der Gefühle durchwatet. Musettas Schwäche für den Glanz des Geldes mag man bemängeln, doch am Glanz ihrer Stimme gibt es nichts zu tadeln. Geradezu herzzerreißend singt und spielt Rödel die scheue Mimì, deren vollmundiger Sopran sich selbst auf dem Sterbebett noch in goldleuchtende Höhen aufschwingt.
Enthusiastischer Applaus mit einer Träne im Auge auch für die makellose musikalische Begleitung von Markus Bruker (Klavier), Marina Kotelevskaya (Violine) und Elen Harutyunyan (Viola).
HAMBURGTHEATER: Künstlerleben in den wilden 70ern
In einer weißen Wohnung unter einem großformatigen Klecksbild spielen die Rückblenden in die Vergangenheit,die die Kerninhalte der Oper auf knappe neunzig Minuten konzentrieren. Vorkenntnisse sind überflüssig, da gesprochene Passagen sich mit den gesungenen abwechseln und das Geschehen erklären. Eine Opernform, die Einsteigern wie Liebhabern gleichermaßen gefallen kann. Denn an der musikalischen Qualität des Dreierorchesters und der vier jungen Sänger wurde nicht gekürzt. So wird der Genuss der wunderschönen Arien Puccinis nicht durch die übliche Anstrengung beim Bemühen um Verständnis geschmälert und der Zuschauer kann sich ganz den Gefühlen der berührenden Musik hingeben.