Der kleine Ring
In einer kindgerechten und humorvollen Version spielen und singen die vier jungen Sängerinnen, Wagners riesiges Werk in gerade mal 80 Minuten.
Richard Wagners Oper Der Ring des Nibelungen ist vor allem eines: lang. 16 Stunden Spielzeit sind schon für Erwachsene schwerlich abzusitzen - für Kinder wären sie eine Überforderung. Also haben wir das Werk gekürzt. Wir erzählen die Geschichte in nur 80 Minuten – in einer Fassung für Kinder ab 7 Jahren: Vier Mädchen treffen sich zum Rollschuh laufen. Doch vor dem Vergnügen kommt die Hausaufgabe: »Der Ring des Nibelungen«. Also nehmen sich die vier Mädels die Geschichte von Wagners Oper vor.
Sie erfahren, wie Alberich den Rheintöchtern das Rheingold klaut und daraus den Ring des Nibelungen schmiedet, der seinem Besitzer unendliche Zauberkraft verleiht. Wie Siegfried mit seinem Schwert Nothung den Drachen Fafner tötet, so den Ring bekommt und die Walküre Brünnhilde aus dem Feuerkreis rettet. Vier Sängerinnen schlüpfen abwechselnd in die Rollen von Siegfried & Co. Singen mal einträchtig vom Rheingold, stürzen sich in eine Kissenschlacht, lassen sich als Brünnhilde vom Hochbett retten und kämpfen als Siegfried tapfer gegen den Plüschdrachen. So wird Wagners Riesenwerk ganz einfach und für Kinder verständlich erzählt - mit viel Witz und wunderbarer Musik.
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Pressestimmen
Hamburger Morgenpost:
Wagners Heldendrama im Pyjama
Hektik im Hochbett. Schulmädchen Vero (Veronika Fried) soll ein Referat über Wagners "Ring des Nibelungen" schreiben. Ihre drei Freundinnen sind ratlos: "Was für'n Ring?" Pisa hin oder her - hier muss der größte deutsche Opernstoff offenbar noch einmal gründlich aufgearbeitet werden. Und die Besucher im Opernloft des Jungen Musiktheaters freut es. Denn mal ehrlich: Wer kennt sich schon aus in Wagners Wirrungen um das verfluchte Rheingold, die locker 16 Bühnenstunden füllen?
Zwei Damen ganz bestimmt: Susann Oberacker und Inken Rahardt. Sie haben die 90-minütige Operabreve-Fassung erstellt, die unter Rahardts Regie zu einem flotten Vierer der Sangeskunst gedeiht. Denn die Girlies gehen es praktisch an: Claudi (Claudia Christiane Goldbach) übernimmt die Rolle des hinterlistigen Zwergs Alberich. Dani (Daniela Pech) findet gegenüber Vero ein schlagendes Argument, den Wotan zu mimen ("Du bist zu mickrig für einen Gott"), während Simi (Simone Umland) mit Hilfe des schlauen Buchs "Oper für Dummies" die Handlung rekonstruiert und als tapferer Siegfried das magische (Laser-)Schwert Nothung führt. Der Walkürenritt findet auf dem Damenfahrrad statt, und wenn Vero als Waldvogel die ersten Flugversuche macht, ist das zum Piepen komisch.
Unter der musikalischen Leitung von Markus Bruker (Klavier) mit Daniel Thieme und Elen Harutyunyan an den Violinen präsentieren sich die vier Darstellerinnen in sanglicher und komödiantischer Höchstform. Dieses Heldendrama im Pyjama sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!
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Hamburger Abendblatt:
Das Ringlein des Nibelungen: Wagner in nur 90 Minuten
Lange vor der Uraufführung hatte Richard Wagner seinen "Ring des Nibelungen" im privaten Kreis vorgestellt. Dort brillierte der Meister als theatralisches Universaltalent, das von der Brünhilde, übers Waldvöglein bis zu Wotan sämtliche Partien selbst sang, sich am Klavier begeleitete und dabei eine Mordsgaudi gehabt haben soll. Diese Zeiten sind leider vorbei, der "Ring" ist als weihevolles Weltendrama längst in höchste Hochkultursphären entrückt. Doch um eine Ahnung vom Geist der ersten Privataufführungen zu erhaschen, empfiehlt sich die Version vom Jungen Musiktheater Hamburg, die am Freitag im Opernloft Premiere hatte.
Regisseurin Inken Rahardt verlegt noch konsequenter als ihr Kollege Claus Guth die gesamte Handlung ins Kinderzimmer. In nur 90 Minuten erschließen sich hier vier Backfische die "Ring"-Welt, indem sie singend, lesend und erzählend in wechselnden Rollen das Drama mit Bordmitteln zum Leben erwecken. Der Hula-Hoop-Reifen wird zum Nibelungen-Ring, Siegfried schleift sein Schwert an einem Fahrradreifen, das Puppenheim von Ken und Barbie ersetzt Walhall.
Spannender als das Umfunktionieren von Kinderzimmerrequisiten ist allerdings die Verwandlung von Kindercharakteren in Figuren der Weltliteratur: Aus der frechen Vero, glänzend gespielt und gesungen von Veronika Fried, wird zwanglos eine rebellische Walküre. Simone Umland verkörpert in den Rollen von Simi, Siegmund und Siegfried drei Inkarnationen des etwas schlichten, blonden, germanischen Sonnenhelden. Und Klein-Wotan, alias Dani, kann man sich in der Version von Daniela Pech ohne Weiteres als oberschlauen Möchtegern-Bandenführer vorstellen. Etwas zu kurz kommt dabei leider die Musik, die ebenfalls aus Bordmitteln, einem Flügel und zwei Streichen, bestritten wird. Der Kernidee aber tut dies keinen Abbruch: Das Kinderzimmerdrama spiegelt die Welt der Großen, so wie Wagners 16-Stunden-Tetralogie Aufstieg und Fall eines ganzen Zeitalters verdichtet. Mit dieser Version spart man 14,5 Stunden, erfährt dennoch, worum es im "Ring" geht, und unterhält sich bestens.
Morgenpost
"DER KLEINE RING" FüR KIDS AB SIEBEN JAHREN
Wagner als Strafarbeit? Nicht im Opernloft!
Das Theater in Eilbek zeigt eine Kurzfassung des Meisterwerks
Der Herr des Ringes ist und bleibt: Richard Wagner. Sein "Ring des Nibelungen" aber ist erst ab 16 zu haben - ab 16 Stunden Länge! Im Opernloft gibt's ihn nun ein bisschen kürzer. Auf 80 Minuten wurde "Der kleine Ring" gestutzt und hat doch alles, was ein Schmuckstück braucht.
Als Strafarbeit für die Schule soll "Der Ring des Nibelungen" aufgeschrieben werden. Damit das nicht so öde wird, bittet die Bestrafte ihre Schwester und zwei Freundinnen, die ganze Geschichte mit ihr nachzuspielen: Mit einem leuchtenden Schwert und einem falschen Drachen toben die vier übers Hochbett und auf den Kleiderschrank. Das geht natürlich nicht ohne Streit über die Bühne: Eine weiß immer alles besser, die andere ist maulig, eine will versöhnen, und der vierten ist alles irgendwie recht.
Die Mädchen verwandeln sich in die Rheintöchter und die Walküre, aber auch in Siegfried und Zwerg Alberich. Schnell sind so alle vier Teile von Wagners "Ring" gespielt und die Strafarbeit im Heft. Und die Zuschauer ab sieben Jahren sind um eine (erste) Opernerfahrung reicher.
Lebacher Wochenspiegel
LEBACH
Knapp 100 Kinder und Erwachsene ließen sich die einmalige Gelegenheit nicht entgehen, Richard Wagners Oper „Der Ring des Nibelungen“ in der Stadthalle Lebach mitzuerleben.
In einer kindgerechten und humorvollen Version spielten und sangen die vier jungen Sopranistinnen vom Jungen Musiktheater Hamburg, von einer Pianistin live begleitet, Wagners riesiges Werk in gerade mal 80 Minuten. Bei der Inszenierung von Inken Rahardt und Susann Oberacker, konzipiert als Kinderzimmerdrama mit Hochbett und Kissenschlacht, schlüpften die Sängerinnen in verschiedene Rollen. Sie erzählten in ihrem Spiel verständlich, mit viel Witz und natürlich mit tollem Gesang die komplizierte Geschichte des weihevollen Weltendramas. Ein unterhaltsamer Genuss und eine lehrreiche (erste) Opernerfahrung nicht nur für Kinder.




















