OPERNLOFT
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Die Zauberflöte 2

Nur in der Spielzeit 2011/2012!

Tamino bekommt seine Pamina und Papageno seine Papagena. Ende der „Zauberflöte“? Von wegen! Emanuel Schikaneder, Librettist des ersten Teils der „Zauberflöte“ und Papageno-Darsteller der Uraufführung, hat eine Fortsetzung geschrieben. Die konnte jedoch nicht mehr von Mozart vertont werden. Der Titel der Fortsetzung: „Das Labyrinth oder Der Kampf mit den Elementen“. Der Komponist: Mozarts Zeitgenosse Peter von Winter.
Das Opernloft hat „Der Zauberflöte zweiter Theil“ ausgegraben und sich von Sören Ingwersen eine Fassung schreiben lassen. Natürlich spielt auch die Fortsetzung bei uns wieder im Weltraum. Es gibt ein kurzweiliges Wiedersehen mit den „schrägen Vögeln“ Papageno und Papagena, mit dem Liebespaar Tamino und Pamina, den Streithähnen Königin der Nacht und Sarastro.
Und worum geht’s im zweiten Teil? Pamina und Tamino müssen gemeinsam eine Aufgabe lösen, die Königin der Nacht und Sarastro erleben eine Fortsetzung ihres ganz persönlichen Kleinkriegs und die beiden Vogelmenschen weitere galaktische Abenteuer. Am Ende gibt’s wieder ein Happy End – für wen, wird noch nicht verraten.
Die Oper wurde nach der Uraufführung in Wien unter anderem auch in Berlin, Frankfurt, Nürnberg und München gespielt, konnte aber an den unglaublichen Erfolg von Mozarts „Zauberflöte“ nicht anknüpfen. Das Libretto ist schlicht zu verworren. Doch gerade da liegt die Stärke des Opernlofts: Wir entwirren die Geschichte, kürzen und würzen das Ganze und garantieren Ihnen einen 90 Minuten kurzen und kurzweiligen Opernabend!

Kritik Godot

„Sterntagebuch: Wir schreiben das Jahr 2400. Zwischen den Planeten Isis Bela 12 und Osiris Tetra Pak stehen die Zeichen auf Krieg.“ So in etwa hätte der zweite Teil der „Zauberflöte“ im neuen Opernloft in der Innenstadt anfangen können. Bestens zur betonkühlen Architektur der Bühne im Springer-Haus an der Fuhlentwiete passend, kommt nämlich die Fortsetzung der berühmten Mozart-Oper im Gewand eines Science-Fiction-Abenteuers daher, mit saftig modernisiertem Text. Den zu modernisieren, wenn man den Einlassungen des Hauses folgt, geradezu nötig war. Denn Emanuel Schikaneder hatte in seinem Wunsch, an den Erfolg seiner von Mozart 1790/91 vertonten Zauberflöte anzuschließen, ein schon seinen Zeitgenossen schwer verständliches Werk verfasst. Als er zudem nach Mozarts Tod die Musik dem damals zwar beliebten, aber doch weitaus weniger genialischen Peter von Winter hatte überlassen müssen, verschwand die Fortsetzung der enorm populären „Zauberflöte“ bereits wenige Jahre nach ihrer Uraufführung im tiefsten Fundus.
Nun also frisch entstaubt und mit frechem Text von Sören Ingwersen bestückt, feiert die gefällige Oper über Weltenkampf und Liebesleid ihre Auferstehung. Es wird viel geredet in dieser Acht-Rollen-Geschichte, die den alten, fortwährenden Zwist zwischen Sarastro und der Königin der Nacht, zwischen Aufklärung und Mystik heraufbeschwört. Pamina und Tamino im Raumfahrt-Look beschweren sich vergeblich, dass sie erneut Prüfungen bestehen sollen, um sich in ihrer Ehe zu finden. Doch wieder geht’s ins Labyrinth, das sich ganz zeitgemäß als in die Raum-Zeit-Dimension verlängert entpuppt. Somit geht’s drunter und drüber – mal unter, mal auf der karg dekorierten Bühnenpodesterie – mal mehr auf der Erde, mal mehr auf dem Mond.
Und immer wieder verführen die vier Darsteller in ihren jeweiligen Doppelrollen mit schönen Arien. Oft genug, dass die Musik dem Zuhörer fast bekannt erscheint. Doch immer ist sie eigen. Von Winter hat sich klug einer musikalischen Zitatnähe nicht verschlossen, bleibt aber selbständig und bereitet damit ein Hörvergnügen, das zwischen Vertraut- und Fremdheit schwankt – hier unter Markus Brukers Leitung auf Klavier, Flöte und Klarinette reduziert. Theresa Derksen zeigt ihre Pamina als würdige Koloraturtochter der Königin der Nacht. Sie hat in Thomas Briesemeister einen stimm-adäquaten Tamino an ihrer Seite – und vor allem den Mann, der sich von den Finten der Königin nicht täuschen lässt und die entführte Liebste aus den Klauen der wild gewordenen Mutter (furios und stimmgewaltig: Georgia Jamieson Emms) befreit. Wie ein Fixstern überstrahlt Alexandra Hebart mit ihrem klaren und wohl artikulierenden Mezzosopran als Sarastro das Szenario. Er ist die starke Figur, die in Nicola Fellmanns leichthändig wirkender Inszenierung die Fäden zusammenhält. Und sich vor den manchmal fast überstarken Background-Projektionen von Spruchblasen und Weltallbildern besonders würdig behauptet.
Übrigens: Den Opernspaß gibt es in Kindervariante regelmäßig auch als „Zauberflötchen“.
Das neue Opernloft, Fuhlentwiete 7, 20355 Hamburg, Telefon: 25491040, www.openloft.de
Text: Oliver Törner
www.godot-hamburg.de

Kritik Die Welt vom 17.10.2011

Der Zauberflöte zweiter Teil im Opernloft

Durch die unendlichen Weiten des Weltalls schwebt eine goldene Schallplatte. Auf ihr können Außerirdische das Erbe der Menschheit nachhören: Beethovens klopfendes Schicksalsmotiv oder ein paar Takte aus Mozarts unsterblicher "Zauberflöte". Deren zweiter Teil hatte jetzt im Opernloft Premiere und spielt im 24. Jahrhundert - im Weltall. Der Showdown zwischen Ewig-Weiblichem und Vernünftig-Männlichem wird nicht in Freimaurertempeln verhandelt, sondern auf Isis Beta 12 und Osiris Tetrapak. Das sind die Planeten der amerikanisch exaltierten, lunaren Königin der Nacht und des pappbekronten Sonnenkönigs Sarastro.
Diese beiden Spielorte bilden die bunte Kulisse für eine lustig leichte Science-Fiction-Klamotte, die Nicola Fellmann inszeniert hat. Pamina und Tamino werden getrennt und vor allerlei labyrinthische Prüfungen gestellt. Den Vogelmenschen Papagena und Papageno ergeht es kaum besser. Am Ende verhilft beiden Paaren, wie einst bei Mozart, der Ton der Zauberflöte doch noch zum glückvollen Wiedersehen. Die Musik zum Stück "Die Zauberflöte Teil 2" hat Peter von Winter geschrieben, ein vergessener Zeitgenosse des Salzburgers. Dessen hübsche Arien und Ensembles haben natürlich nicht die Qualität des Erstlings, doch sie machen rundum Freude.

NDR Bericht vom 15.10.2011

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