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Tolomeo

Kultura-Extra: "in jeder Hinsicht einzigartig (...) diese Inszenierung ist ein Genuss für Auge und Ohr!"

NDR 90,3: "Eine aufregende Inszenierung und ein beglückendes Gesangserlebnis!"

MOPO: "Ein Konzept, das aufgeht: Das Publikum tobte vor Begeisterung!"

Eine spannende Familiengeschichte, betörend klare Musik und ganz viel Farbe – diese Mischung ergibt Händels Oper Tolomeo in der Inszenierung von Inken Rahardt. Das erstmals in Hamburg aufgeführte Werk ist der Beitrag des Opernlofts zum Händel-Jahr 2009 und wurde von der Behörde für Kultur, Sport und Medien gefördert.

Familie – des einen Glück, des anderen Leid: Tolomeo und Alessandro sind zwei ungleiche Brüder. Der eine malt Bilder, der andere macht Geschäfte. Beide kämpfen um die Liebe ihre Mutter und um dieselbe Frau: Seleuce. Das Salz in dieser Familiensuppe ist Künstlerin Elisa – frei, frech und sexy.

Georg Friedrich Händel, der vor 250 Jahren in London starb, vertonte die Geschichte einer ägyptischen Herrscherfamilie: Tolomeo und Alessandro sind die Söhne von Kleopatra III. (einer Vorgängerin der berühmten Namensschwester, die Cäsar liebte). Die Mutter vergöttert den einen und verstößt den anderen. Alessandro wird, obwohl er der Jüngere ist, zum Thronfolger ernannt. Tolomeo wird nach Zypern verbannt, wo er sich das Leben nehmen will. Opern-untypisch geht diese Geschichte gut aus: Die Brüder versöhnen sich nach dem Tod der Mutter.

Wir erzählen in unserer OperaBreve kein Historiendrama, sondern eine Familiengeschichte von heute: Zwei ungleiche Brüder kämpfen um ihren Platz in der Familie und in der Gesellschaft. Der eine ist Mamas Liebling, der andere das „schwarze Schaf“. Aus ihrer Unterschiedlichkeit entsteht Hass, der schließlich zu einem tödlichen Unfall führt.

 

Video-Trailer (Add-On eventuell erforderlich)

 

Georg Friedrich Händel hat mehr als 40 Opern geschrieben. Die wurden zwischen 1705 und 1741 uraufgeführt – die frühen in Hamburg, einzelne in Italien, die meisten in London. Tolomeo kam am 30. April 1728 im Londoner King’s Theatre heraus.

Keine langen Vorspiele oder Rezitative, sondern pure musikalische Dramatik: Tolomeo ist die Essenz von Händels Musiktheater. Doch trotz ihrer hinreißenden Melodien hat sich die Oper – etwa im Gegensatz zu Händels Alcina – im Repertoire nicht festgesetzt. Das Opernloft bricht den Bann. Wir zeigen Tolomeo als „kurze“ OperaBreve. In 90 Minuten konzentrieren wir Händels Werk auf das Wesentliche: auf die wunderbar klare Barock-Musik und die spannende Familiengeschichte.

 

 

 

NDR 90,3

NDR 90,3: "Eine aufregende Inszenierung und ein beglückendes Gesangserlebnis!"

 

 

Kultura-Extra

Klassik meets Bodypainting

Eimerweise Farbe, vier Darsteller und ein kleines Ensemble aus Violine, Cello, Gitarre und Klavier: So sieht die OperaBreve-Inszenierung des „Tolomeo“ im Hamburger Opernloft aus. Und die ist in jeder Hinsicht einzigartig.

Zur Geschichte der eher unbekannten Oper des Komponisten Georg Friedrich Händel: Die ägyptische Königin Kleopatra III. hat zwei Söhne. Der jüngere Alessandro erfüllt die Wünsche seiner Mutter perfekt: Als fleißiger Kaufmann läuft er seinem großen Bruder Tolomeo, dem träumerischen Künstler, den Rang um die Gunst ihrer Mutter ab. Der tadellose Alessandro will die ebenso tadellose Seleuce zur Frau nehmen. Die jedoch verliebt sich in den „gefühlsechteren“ Tolomeo und verlässt Alessandro. Und dann ist da noch Elisa, die unnachgiebige Ex-Geliebte von Tolomeo, den sie um jeden Preis zurück will.

Das Opernloft verlegt die Geschichte um das Spannungsfeld zwischen Selbstaufgabe und Selbstverwirklichung in die heutige Zeit: Alessandro ist der tüchtige und erfolgreiche Geschäftsmann, der die Firma der Mutter führt - Tolomeo hingegen der freiheitsliebende Maler, der sich nicht den gesellschaftlichen Normen beugt. Dennoch bezuschusst ihn die Mutter, aus Angst um den guten Ruf der Familie. Damit ist Alessandro ganz und gar nicht einverstanden. Ebenso wenig wie damit, dass Tolomeo ihm die Verlobte ausspannt.

In Händels Original sangen ausschließlich Kastraten und Frauen. Im Opernloft singt Mezzospranistin Soomi Hong den Tolomeo und Countertenor Armin Stein den Alessandro. Im unterhaltsamen Stil der OperaBreve erklären die Darsteller unter anderem, was ein Countertenor ist und warum Händel einmal eine Pauke nach seinem ersten Geiger warf.

Neben Hong und Stein schlittern die herrlichen Sopranistinnen Lisa Jackson als Elisa und Lotta Hultmark als Seleuce während der Aufführung in BH, Rock und Negligé über die farbgetränkte Bühne. Die stellt nämlich ein riesiges Gemälde dar, auf der die Sänger ihre jeweiligen Emotionen und Handlungen ausdrücken.

Regisseurin Inken Rahardt brachte die Oper „Tolomeo“ zum 250. Todestag von Georg Friedrich Händel erstmalig auf die Bühne nach Hamburg - aufgrund der Unbekanntheit des Werkes ein Risiko. Und ein großes Glück für Hamburg, denn diese Inszenierung ist ein Genuss für Auge und Ohr!

 

Hamburger Morgenpost:



Schlacht der Farben

Händel-Oper "Tolomeo" erstmals in Hamburg, eingedampft auf zwei Stunden



Mal ehrlich: Wer hat denn heute noch die Geduld, sich vierstündige Opern mit antiker Thematik anzusehen? Die Frage stellte sich auch das Opernloft bei Händels "Tolomeo" - und dampfte als Antwort alles aufs Nötigste ein. Dahinter steckt das löbliche Anliegen, Oper vor allem für ein jüngeres Publikum zugänglicher zu machen.

Und das mag's bekanntlich bunt. Dem kommt Regisseurin Inken Rahardt entgegen und schickt die vier Darsteller mit Farbtuben auf die Bühne. Denn sowohl im Original als auch in der Fassung des Jungen Musiktheaters malt Tolomeo (Soomi Hong) lieber Bilder, statt als ältester Sohn die Macht zu übernehmen. Zur Freude des jüngeren Bruder Alessandro (Armin Stein), denn "Mamas Liebling" leitet den Familienbetrieb. Am Ende sind die Brüder ein Herz und eine Seele - auch wenn die brave Seleuce (Lotta Hultmark) und die verführerische Elisa (Lisa Jackson) für einige Verwirrung sorgen.

Neben Händels großartigen Koloraturen, bei denen besonders die Soprane hervorstachen, gab es humoristische Pädagogik, die zum Beispiel über Kastraten und "Hosenrollen" aufklärte. Bei so viel Crossover durfte in dieser zweistündigen Farbschlacht neben Klavier, Geige und Cello die E-Gitarre am Ende nicht fehlen.

Fazit: Ein Konzept, das aufgeht: Das Publikum tobte vor Begeisterung!

 

 

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