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Lost Violet

Quatsch keine Oper, stell eine auf die Beine!« Unter diesem Motto begann das Junge Musiktheater Hamburg im Herbst 2007 Jugendliche für die Electr’Opera® Lost Violet zu casten. In einer mehrmonatigen Probenzeit entwickelten Jugendliche unter der Leitung von Theaterpädagogin und Regisseurin Alexandra Will ihre eigenen Figuren, Dialoge und Tanzszenen. Ausgangsmaterial war dabei immer die Geschichte der Verdi- Oper La Traviata.

Hinzu kamen die »Beats« von Frank Valet: Der Bariton, Schlagzeuger und Arrangeur mischte die Opernmusik mit elektronischen Rhythmen. Gespielt wird das Ganze in einem offenen Raumkonzept mit einer Bar und mehreren Spielflächen – so dass Lost Violet auch gut in einer Disco oder einem Club gespielt werden kann. Erzählt wird die Geschichte von Violet. Das Leben ist für sie eine einzige Party. Echte Gefühle lässt sie nicht zu. Das ändert sich, als sie Alfred trifft: Mit ihm wagt sie es, wirklich zu lieben. Doch Alfreds Mutter ist gegen diese Beziehung und treibt die Liebenden auseinander. Violet verlässt Alfred und kehrt zurück zu ihrem alten Lebensstil – zu den Partys und den Drogen.
Doch dieses Leben macht Violet krank. Anders als im Original stirbt die Protagonistin hier nicht an Tuberkulose, sondern an ihrer Drogensucht.

 

Pressestimmen

HAMBURGER ABENDBLATT
Nicht Ecstasy, sondern eine Droge mit dem Namen Oper

HAMBURGER MORGENPOST
Die Gesellschaft mit Gruppenzwängen spielen die elf jugendlichen Laien in vier Typen-Gruppen:
Die „Immer-Highen“ dröhnen sich systematisch zu, die „Dancers“ tanzen sich in Ekstase, die „Abschlepper“baggern nicht nur „Pussys-Deluxe“ an, jene bis zur Unkenntlichkeit gestylten Mädels.
Ein tolles Stück für Jugendliche und Operneinsteiger, aber auch ein Statement gegen jede Formvon Drogen, dem reichlich applaudiert wurde.

 

HAMBURGER ABENDBLATT
Opernfremde, elektronische Beats mischen sich unaufdringlich zwischen die Arien, mit der ersten „Electr‘Opera“ betritt das „Junge Musiktheater“ Neuland. Frank Valet hat Verdi kompositorisch „ergänzt“, als Alfred trägt er das knapp zweistündige Stück maßgeblich mit. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Violet scheitert - wie in der richtigen Oper - an der Intoleranz der Eltern und der
zweifelhaften Vergangenheit Violets.

OPER UND TANZ
„Man muss die Phantasie nicht ersticken durch Ausstattung, sondern eher die Handlung und die Emotionen nach vorn stellen, das ist unsere Idee“, sagt Inken Rahardt. Und noch etwas unterscheidet das Junge Musiktheater Hamburg von herkömmlichen Opernhäusern: „Wir haben keine dicken Opernsänger, die an der Rampe stehen und einfach ihr Zeug brüllen. (…) Wir achten darauf, dass der Typ Opernsänger passt. Vielleicht muss man da stimmlich hier und da einen kleinen Abstrich machen, aber das gesamte Ergebnis muss passen.“

So lobenswert Selbstkritik ist, an dieser Stelle ist sie nicht notwendig. Das beweist nicht zuletzt die absolut professionelle Qualität der jüngsten Produktion, die Electr‘Opera „Lost Violet“ nach Verdis „La Traviata“, die im Februar Premiere feierte. Die Original-Komposition wurde kombiniert mit elektronischer Musik, das Werk gekürzt auf rund 90 Minuten (…) für Jugendliche ab 15. Am leichtesten identifizieren die sich mit Altersgenossen. Und so sind es junge Menschen zwischen 15 und 18, die neben professionellen Opernsängern die Hauptrolle spielen. Sie wurden beteiligt an der musikalischen und inhaltlichen Bearbeitung, an Bühnenbild und Kostümen – und sie stehen mit auf der Bühne. Ein Wagnis, vielleicht. Sind doch Jugendliche eher sprunghaft in ihren Vorlieben und wenden sich nach anfänglichem Enthusiasmus oft schnell wieder ab von dem, was sie eben noch toll fanden. Aber das Experiment scheint gelungen zu sein. Die zwölf jungen Mitwirkenden sind allesamt infiziert vom Opern-Virus. Musiktheater doof zu finden – das war mal. Die 16-jährige Gymnasiastin Svea Beckedorf etwa ist fasziniert, denn sie hat endlich mal eine Oper
verstanden. Und die Mitwirkung an dieser Produktion findet sie spannender als feiern, rumhängen und ausschlafen: „Mir macht das sehr viel Spaß! Meine Freizeit dafür zu nutzen, ist total in Ordnung. Ich finde das richtig cool. Ausschlafen finde ich nicht so wichtig, da gehe ich lieber hierher.“ Die jungen Leute sind mit Feuereifer dabei, wohl auch, weil sie ein großes Mitbestimmungsrecht
haben. Und weil es um sie geht und um ihre Probleme. Immerhin steht das Thema Drogensucht im Mittelpunkt der Produktion. Begleitet wird sie vom Suchtpräventionszentrum Hamburg, das am Rande der Aufführung vollkommen unaufgeregt und ohne erhobenen Zeigefinger über die Folgen des Konsums von Ecstasy, Crack und Alkohol informiert.


HAMBURGER MORGENPOST: „Lost Violet“ – Erfolgreiche Premiere der „Electr‘Opera“ Sie schlucken wahllos Bier, Jägermeister und Ramazotti, zwischendurch werfen sie Pillen ein – E wie Ecstasy. Das bringt die Spaßgesellschaft schneller um als eine langwierige Krankheit. An solch einer Überdosis stirbt auch Violet, eine heutige Schwester der Violetta aus Verdis „La Traviata“.
Im Opernloft wurde „Lost Violet“ uraufgeführt, mit elf Jugendlichen und vier Profis.

 

Citylife - Oper mal anders - hamburg1video
Citylife - Oper mal anders - hamburg1video
Citylife - Oper mal anders - hamburg1video
Oper ist doof und langweilig? Von wegen, die Opernloft in Hamburg-Wandsbek präsentiert Oper mal auf eine andere Art und Weise, mit elektronischen Beats und jugendlichen Laiendarstellern neben professionellen Schauspielern. Angelika Frahnert hat mit der Regisseurin gesprochen und sich das moderne Stück angeschaut.
Tags: hh1x angelika frahnert kultur oper klassik citylife opernloft elkronische musik jugendprojekt
Video von hamburg1webnews

 

 

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