Romeo reloaded
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Die Geschichte von Romeo und Julia kennt jeder. Shakespeare schrieb sie im 16. Jahrhundert als Drama nieder. Charles Gounod komponierte im 19. Jahrhundert seine Oper Romeo et Juliette, Vincenzo Bellini seine Oper I Capuleti e i Montecchi und Bernstein in den 1950er Jahren sein Musical West Side Story: Ein Mädchen liebt einen Jungen, ein Junge liebt ein Mädchen. Doch die Menschen in ihrem sozialen Umfeld – bei Shakespeare sind es die Familien, in Bernsteins Musical rivalisierende ethnische Gruppen – versuchen, die Liebe der beiden zu unterbinden. Es kommt zu Straßenkämpfen, bei denen Romeos Freund und Julias Cousin sterben. Am Ende begehen die Liebenden Selbstmord.
Unsere Electr’Opera Romeo reloaded basiert auf den Opern von Gounod und Bellini und dem Drama von Shakespeare. Musikalisch ist sie ein Mix aus den beiden klassischen Kompositionen und modernen elektronischen Beats. Thematisch greifen wir das aktuelle Thema Jugendkriminalität auf und versetzen die Geschichte in die heutige Zeit. Das heißt: Im Mittelpunkt steht der Kampf zwischen einer Jugendgang um Romeo und einer Familie mit Migrationshintergrund um Julia. Die Hauptpartien der Oper werden von professionellen Sängern übernommen. Jugendliche Amateure spielen die »Nebenfiguren« und hinterfragen in selbst entwickelten Szenen das Thema Jugendkriminalität.
Kritik: Hamburger Morgenpost
BRILLANT
Opernarien, harte Beats und türkische Folklore
"Romeo reloaded" im Opernloft
Sind wirklich alle Schweden blond und blöd? Und alle Polen Diebe? Ein Chor von Vorurteilen, der uns da im Opernloft entgegenschallt - wir sind mittendrin in Alexandra Wills Inszenierung "Romeo reloaded".
Es ist die alte Geschichte von Romeo und Julia, die hier von 30 Jugendlichen zwischen 13 und 26 Jahren in der Fassung von Inken Rahardt neu erzählt wird. Die Türkin Hülya (mit anrührendem Sopran: Lisa Jackson) verliebt sich in Heißsporn Romeo, überzeugend dargestellt von Dominik Doll. Doch Hass und die Gewalt zwischen deutscher und türkischer Clique, denen die Turteltäubchen angehören, drohen die Liebe zu zerreißen. Der Familienehre wegen arrangiert Vater Capulet (Frank Valet) eine Zwangshochzeit für seine Tochter.
Valet überzeugt nicht nur als Sänger, Schauspieler und Schlagzeuger, er steuert auch die Electro-Kompositionen bei: Operngesang, harte Beats und türkische Folklore - das ist gewaltig, wäre da nicht die einfühlsame Regie von Alexandra Will, die alles dramaturgisch klug zusammenführt und das Lebensgefühl der Jugendlichen für eine lebensnahe Inszenierung nutzt. Viel Applaus für ein ebenso brisantes wie brillantes Stück Jugendtheater.
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